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Beherzte Helene hilft Frau bei Epilepsie-Attacke

Über ein Mitglied unserer Jugendfeuerwehr.
UNTERLIEDERBACH - In Notsituation genau das Richtige getan - Nicht nur ihre Mutter ist stolz auf die Zehnjährige

Helene Bauer beweist heißes Herz und kühlen Kopf, als es im Laden in der Königsteiner Straße (im Hintergrund) um Leben und Tod geht - ihre Mutter Silke, ihres Zeichens Notärztin, hofft, dass das Beispiel ihrer Tochter auch andere inspiriert. FOTO: maik reussGerade mal zehn Jahre alt ist Helene Bauer - doch die Unterliederbacherin hat am vergangenen Samstag mehr Herz und Mut als die meisten Erwachsenen bewiesen. Gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Cousinen leistete sie beim Besuch eines Discounter-Ladens in der Königsteiner Straße entscheidende Hilfe, als eine Mitarbeiterin vor ihren Augen einen epileptischen Anfall erlitt. 

„Ich habe dort mit Charlotte und Jule Sachen zum Basteln eingekauft“, erzählt Helene, die mit ihrer Mama Silke Bauer am Donnerstag noch mal zur Unglücksstelle zurückgekehrt ist. Gerade hatten die jungen Mädchen an der Kasse bezahlt, als die Frau mit lautem Krach zu Boden ging und unkontrolliert zu zappeln begann. „Da wusste ich nicht, dass sie einen epileptischen Anfall erlitten hatte“, erzählt Helene. Dass die Verkäuferin in Lebensgefahr war, habe sie aber schon gespürt. „Sie hat megaschlecht geatmet.“ 

Voyeure vom Filmen abgehalten

Was das Mädchen dann schildert, schockiert: Immer mehr Menschen strömen in den Laden, teils mit Handys bewaffnet, um Videoclips von der mit dem Tode ringenden Frau zu machen. Doch die drei Teenager eilen nach draußen. Helene stürmt auf einen Passanten zu, bittet ihn, den Rettungsdienst zu alarmieren. Dann hechtet Helene zurück in den Laden. Dort hält eine Frau den Kopf der Verkäuferin schützend in ihren Armen, während eine Kollegin in Tränen ausbricht. „Der Notarzt ist gleich hier“, ruft Helene - und tröstet die weinende Frau.

Dabei hat sie selber Angst, wie sie sich erinnert. „Aber ich wollte es niemandem zeigen, weil das keinem geholfen hätte“, sagt sie. Stattdessen versucht sie mit ihren Cousinen, die filmenden Voyeure zur Vernunft zu bringen: „Hört bitte auf damit und geht einfach weiter!“ Die Schaulustigen sollten unbedingt den Weg für die Sanitäter freimachen. 

Die Gedanken gelten dem Opfer

Als die nach zehn Minuten am Unglücksort eintreffen, lotsen sie die Freundinnen sofort zur richtigen Stelle: „Vorne links vor der Kasse liegt die Frau - bitten helfen Sie ihr“, ruft Helene dem Notarzt zu. Minuten später, und die Mediziner fahren mit der Notfall-Patientin Richtung Klinikum. Für Helene ist der Einsatz noch nicht zu Ende: Unter Schock stehen ihre Cousinen zunächst auf dem Bürgersteig. „Eine hat ganz schlimm gezittert.“ Helene nimmt auch sie tröstend in den Arm, legt ihr die eigene Jacke um, obwohl sie selber friert. Dann gehen ihre Gedanken zurück zur Verkäuferin. „Ich habe mir nur gewünscht, dass sie alles gut übersteht,“ sagt Helene. 

Der Wunsch erfüllt sich: Als der Teenager am Donnerstag vor dem Laden die dramatische Geschichte erzählt, drückt ihr eine Verkäuferin, die mit der verunglückten Kollegin telefoniert, ihr Handy in die Hand. Patientin und Helferin sprechen kurz miteinander. „Es geht ihr wieder besser“, erzählt Helene erleichtert, als sie wieder aus dem Geschäft kommt. Und: „Sie hat sich ganz oft bedankt für meine Hilfe.“ Mittlerweile haben sich auch ihre Großeltern eingefunden: „Wir schlafen nur noch im Stehen, so stolz sind wir“, berichtet ihre Oma. Doch woher hat Helene diesen kühlen Kopf, in Notsituationen beherzt anzupacken? Die Qualitäten, so viel ist klar, kommen nicht ungefähr: Ihre Eltern sind beide Unfallchirurgen und Notärzte - und als langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Unterliederbach, erst viele Jahre bei den Minis, seit vier Wochen in der Jugendabteilung - ist Helene mit Gefahrensituationen vertraut. 

Zumindest in der Theorie. So was wie am Samstag, den Ernstfall auf Leben und Tod, hat sie noch nicht erlebt. Dennoch kommentiert Helene, bei der „Ärztin“ erst an dritter Stelle der Traumberufe kommt (hinter „Konditorin“ und „Astronautin“) ihren heldenhaften Einsatz nur so: „Das war selbstverständlich für mich. Beim nächsten Mal würde ich es wieder genauso machen.“ Michael Forst

Wo die Tradition dem Regen trotzt

UNTERLIEDERBACH /SOSSENHEIM - Feuerwehr und Gewerbetreibende feiern unverzagt den Wäldchestag

Andreas Münch lässt sich von Arthur Chamboncel das Gully-Ei zeigen, beobachtet von Luc und Luca von der Jugendfeuerwehr. FOTOs: maik reussPünktlich zum Start zur Wäldchestag-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Unterliederbach im Heimchenweg um 14 Uhr am Dienstag fängt’s zu pladdern an - doch Wehrführer Arthur Chamboncel nimmt’s gelassen: „Wir sind auf alle Wetterlagen eingestellt“, versichert er, während er den Blick über das schon zu Beginn gut gefüllte Festgelände an der Wache schweifen lässt. 

Komme es hart auf hart, sprich: füllten Regenmassen die Straßen des besonders hochwassergefährdeten Stadtteils, wisse jeder der über 100 ehrenamtlichen Feuerwehrleute, was zu tun sei. „Mit Gefahren kennen wir uns nun mal gut aus“, betont Chamboncel - und erinnert an das ungewöhnlich heiße Wetter zum Wäldchestag im Vorjahr, als man jederzeit in Habachtstellung für ausbrechende Brände gewesen sei. 

Anderen fuhr die schlechte Wettervorhersage durchaus in die Parade: So hatte die Turngemeinde Höchst ihre für den Wäldchestag-Spätnachmittag angekündigte Fahrradtour am Dienstag wegen der Warnung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) vor schweren Gewittern vorsorglich abgesagt. Doch zum Glück blieb der für Teile des Rhein-Main-Gebietes angekündigte Wolkenbruch in Unterliederbach aus - und die Freiwillige Feuerwehr konnte sich auf jene zweite Kernkompetenz konzentrieren, für die sie im Stadtteil ebenso bekannt ist wie für beherzte Einsätze in Notfällen. Und die heißt: Feste feiern. 

Zwischen Rutsche und „heißem Draht“

Nach dem Motto „Alle abholen“ boten die Organisatoren für die jungen Besucher spannende Spiele an. Sie fuhren in Kisten eine Rollenrutsche hinunter oder versuchten sich am Geschicklichkeitsspiel „Heißer Draht“. Dabei gilt es, eine Drahtöse so schnell wie möglich über einen gebogenen Draht zu führen, ohne diesen mit der Öse zu berühren. Öse und Draht sind an eine Spannungsquelle angeschlossen und bilden einen unterbrochenen Stromkreis. Die erwachsenen Gäste ließen sich derweil an den Tischen in der großen Fahrzeughalle Bratwurst oder leckeren Kuchen schmecken. 

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Christbäume landen auf der Pferdekoppel

UNTERLIEDERBACH - Mini- und Jugendfeuerwehr war fleißig - vom Obolus geht’s auf Pfingstfahrt

Gute Stimmung trotz eisiger Temperaturen: Die Mini- und die Jugendfeuerwehr der Unterliederbacher Brandschützer haben am Samstag im Westen des Stadtteils zwischen der Peter-Bied-Straße und der A 66 Christbäume eingesammelt. FOTO: Maik ReußIn Unterliederbach ist es gute Tradition, dass die Mädchen und Jungen der Freiwilligen Feuerwehr abgeschmückte Weihnachtsbäume einsammeln. Unterstützt werden die Nachwuchs-Brandschützer im Alter von 10 bis 17 Jahren dabei auch von den Kindern der Mini-Feuerwehr, also von den Jüngsten, den Sechs- bis Zehnjährigen. Wie lange diese Tradition schon zurückreicht, das können die Aktiven aus der Einsatzabteilung gar nicht so genau sagen. „Seit mehreren Jahrzehnten“, schätzt Thomas Schwind, der im Februar vergangenen Jahres seinen Posten als Wehrführer an - wie er sagt, „die jüngere Generation“ - abgeben hat, sich aber weiterhin als aktives Mitglied der Einsatztruppe für das Gemeinwohl engagiert.

Arthur Chamboncel ist seitdem Wehrführer der Unterliederbacher Wehr, deren Mitglieder aus der Einsatzabteilung dem Nachwuchs am vergangenen Samstag bei der Sammelaktion zur Seite stehen - sei es, um die Mädchen und Jungen zu begleiten oder, um am Ende der Aktion die eingesammelten Nadelbäume zu häckseln. Mit der Aktion wird nämlich auch das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigt: Die gehäckselten Christbäume werden als Streu für eine Pferdekoppel verwendet werden. „Das dient dazu, den Boden zu verdichten“, erklärt Nicole Wagner, Tochter des Unterliederbacher Landwirts Gerhard Wagner. Zusammen mit ihrem Cousin Christian Zelk fördert sie dieses Engagement der Jugendfeuerwehr - auch in dem sie selbst mit anpackt. „Ich bin schon zum 17. Mal mit dabei“, sagt sie.

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Weihnachtsbaumaktion 2024

Hier einige Eindrücke der Weihnachttsbaumaktion 2024 am Samstag, den 13. Januar 2024.

Mehrere Häuser stehen in Flammen

Unterliederbach  - Ein Großbrand mit mehreren betroffenen Häusern hat am Mittwoch in der Liederbacher Straße die Bewohner, Passanten und die Feuerwehr in Atem gehalten. 

Gegen 14.35 Uhr waren laut Polizeibericht mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen. Die Anrufer berichteten von starkem Rauch in einer Hofreite in der Liederbacher Straße. Am Einsatzort sahen sich die Feuerwehrleute dann mit einer brennende Garage in der Hofreite konfrontiert. Die Bauweise und die dichte Bebauung sorgten dafür, dass das Feuer rasch auf das Nachbargebäude übergriff. Das volle Ausmaß des Brandes zeigt sich dann hinterher: Zwei in der Garage abgestellte Traktoren und die Garage brannten nach Polizeiangaben vollständig aus. 

Der Dachstuhl des Nachbargebäudes wurde durch das Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen. Wegen der Löscharbeiten musste der Verkehr im Bereich Liederbacher Straße großräumig umgeleitet werden.

Bewohner und Passanten blieben unverletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden, der auf etwa 500 000 Euro geschätzt wird. Die Ermittlungen dauern an. red